Der Tag

Der TagDer Müll stinkt zum Pariser Himmel

14.03.2023, 07:44 Uhr

Vielen Franzosen stinkt die von Präsident Emmanuel Macron geplante Rentenreform - und die seit einer Woche wachsenden Müllberge sind ein eindrucksvoller Ausdruck dieser ablehnenden Haltung. Etwa 70 Prozent der Franzosen sind gegen die Anhebung des Rentenalters von 62 auf 64 Jahre, die besonders Menschen in beschwerlichen Berufen zu schaffen machen wird.

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Man kommt kaum noch in die Haustür hinein ... (Foto: IMAGO/NurPhoto)

Zu ihnen zählen die Beschäftigten der Müllabfuhr, weswegen viele von ihnen seit gut einer Woche streiken. Bis Montag hatten sich in der Straßen von Paris etwa 5.600 Tonnen Müll angesammelt. "Es ist ekelhaft, überall sind Ratten", sagt Aphaia Samios, die in einem Straßencafé in der belebten Einkaufsstraße Montorgueil sitzt. Ihre Aussicht ist durch mehrere Müllberge behindert. Regenschauer am Wochenende haben den Unrat durchnässt und die Geruchsbelästigung verstärkt.

In Paris teilen sich private und städtische Betriebe das Einsammeln des Mülls. Derzeit sind vor allem die Viertel betroffen, in denen die städtische Müllabfuhr im Einsatz ist. Aber die Streiks behindern nicht nur die Abfuhr des Mülls, sondern auch dessen Entsorgung, da drei Müllverbrennungsanlagen rund um Paris ebenfalls blockiert werden. Die Stadt Paris verweist darauf, dass andere Städte ebenfalls vom Streik der Müllarbeiter betroffen seien. Die Regierung betont, dass die Reform Rücksicht nehme auf Menschen, die besonders früh angefangen haben zu arbeiten, oder die beschwerliche Berufe haben. Derzeit können Beschäftigte der Müllabfuhr mit 57 Jahren in Rente gehen, nach der Reform müssten sie bis 59 Jahre arbeiten.

Quelle: ntv.de