Der TagDeutlich mehr Menschen mit Hasenpest infiziert
Die Zahl der diagnostizierten und gemeldeten Tularämie-Fälle beim Menschen sind in den vergangenen Jahren laut Robert-Koch-Institut (RKI) kontinuierlich gestiegen. Die Tularämie, auch Hasenpest oder Nagerpest genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Sie kommt überwiegend bei Feldhasen vor, kann aber auch auf andere Tiere oder Menschen übertragen werden - etwa durch Hautkontakt mit infizierten Tieren oder ihren Kadavern. Außerdem ist eine Infektion über kontaminiertes Trinkwasser oder bei der Zubereitung und dem Verzehr von erregerhaltigem, nicht ausreichend durchgegartem Fleisch möglich. Auch das Einatmen von erregerhaltigem Staub kann eine Infektion verursachen, zum Beispiel Stäube von Exkrementen infizierter Tiere. Ein weiterer Übertragungsweg ist der Biss oder Stich eines blutsaugenden Vektors, etwa Zecken.
Warum es zuletzt zu einem Anstieg der Fälle gekommen ist, steht nicht fest. Klar ist: In diesem Jahr wurden nach RKI-Daten bundesweit bereits mehr als 180 Nachweise (Stand 27.11.) bei Menschen erfasst, die meisten in Bayern (63) und Baden-Württemberg (46). Nach Auskunft des Gesundheitsministeriums in Stuttgart sind das fast doppelt so viele Fälle wie im Jahr 2023, als noch 24 Menschen betroffen waren. Typische Symptome sind zunächst unspezifische grippale Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost und Kopf- und Gliederschmerzen, später spezifischere Symptome wie ein Geschwür an der Eintrittsstelle und eine ausgeprägte Lymphknotenschwellung. Bei Aufnahme des Erregers über die Atemwege kann es zu einer Lungenentzündung kommen. Unbehandelt kann die Erkrankung in seltenen Fällen tödlich verlaufen.