Der TagDie Klimarahmenkonvention: "Bla bla bla" oder Quantensprung?
"Bla, bla, bla" - so fasste Greta Thunberg vor Jahren die mühsamen Verhandlungen auf den alljährlichen UN-Klimakonferenzen zusammen. Politiker und viele Wissenschaftler sehen durchaus Erfolge, genau 30 Jahre nach Inkrafttreten der Klimarahmenkonvention am 21. März 1994.
Hinter dem sperrigen Namen steckt das wichtigste Abkommen im Kampf gegen die Erderhitzung. Rund 200 Staaten machen mit. Festgeschrieben wurde in der Konvention der Vereinten Nationen das Ziel, die Erderwärmung zu verlangsamen und ihre fatalen Folgen abzumildern - also zum Beispiel häufigere und heftigere Hitzewellen, Dürren, Waldbrände, Stürme und Überschwemmungen. Doch: Die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen rund um den Globus sind immer weiter gestiegen. Und das im Pariser Abkommen von 2015 angepeilte Ziel, die Aufheizung des Planeten möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, ist kaum noch zu schaffen.
Ist der Prozess gescheitert? Keineswegs, meint Klimaforscher Höhne vom NewClimate Institute. "Vor 30 Jahren dachten wir noch, wir steuern auf bis zu 5 Grad Erderwärmung zum Ende des Jahrhunderts zu, vor zehn Jahren lagen die Schätzungen bei 3,5 Grad. Heute sind es eher 2,5 und im optimistischen Fall sogar leicht unter 2 Grad. Das ist ein großer Erfolg." Gastgeber der vergangenen UN-Klimakonferenzen waren Ägypten und zuletzt Dubai. Nun ist im November Aserbaidschan an der Reihe, dessen Wirtschaft auch stark vom Export fossiler Energie abhängt. Zufall oder Einflussnahme der Öl-Lobby?