Der TagDrei Morde, zwei versuchte Morde: Senior muss lebenslang in Haft
Es begann mit einem Streit ums Bohren - und endete mit drei Morden und zwei versuchten Morden: In einem völlig eskalierten Nachbarschaftsstreit im bayerischen Langweid hat das Landgericht Augsburg den 65 Jahre alten Gerhard B. zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Angebot des Gerichts, mit einem schnellen Akzeptieren des Urteils "positiv aus der Öffentlichkeit abzutreten", schlug B. ohne Gefühlsregung aus. Neben der lebenslangen Haft stellte das Gericht auch - wie von der Staatsanwaltschaft gefordert - die besondere Schwere der Schuld für den Rentner fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausgeschlossen. Der durch drei Herzinfarkte gesundheitlich angeschlagene B. könnte womöglich bis zum Lebensende hinter Gittern bleiben.
Das Gericht zeigte sich nach der Beweisaufnahme überzeugt, dass der 65-jährige Sportschütze ein Ehepaar und eine Frau aus der Nachbarschaft getötet hatte. Dem Tattag vor einem Jahr waren zahlreiche Streitereien von B. mit seinen Nachbarn vorausgegangen. Den ersten polizeilich dokumentierten Streit gab es demnach Ende 2018, weil das spätere erste Mordopfer zu einer Uhrzeit gebohrt hatte, die B. ärgerte. Später soll es immer wieder im Treppenhaus oder an den Müllcontainern zu Beleidigungen und Schubsereien gekommen sein, von denen mehrere zur Anzeige kamen.