Der Tag"Ehrlich gesagt peinlich": Ex-Präsident verweigert sich in Unterhose der Anhörung
Um einer Anhörung zu entgehen, setzt der abgesetzte südkoranische Präsident Yoon Suk Yeol auf fast schon kindliche Methoden. Er habe in Unterwäsche auf dem Boden seiner Gefängniszelle gelegen und sich dagegen gesträubt, zum Verhör gebracht zu werden, erklärte die Staatsanwaltschaft. "Aus Sicherheitsgründen wurde auf körperliche Gewalt verzichtet und die Ausführung des Haftbefehls vorübergehend ausgesetzt", hieß es. Yoon sei darüber informiert worden, dass bei einem nächsten Mal Gewalt angewendet werden würde.
Yoons Anwälte sprachen von einem "demütigenden" Vorgehen der Staatsanwaltschaft. "Welche rechtliche Institution in einem zivilisierten Land informiert Journalisten über die Kleidung eines Häftlings in einer engen Zelle bei nahezu 40 Grad?", sagte der Anwalt Yoo Jeong-hwa. Er verwies zudem auf gesundheitliche Probleme des abgesetzten Präsidenten.
Justizminister Jung Sung-ho sagte bei einer Parlamentsanhörung, Yoon habe seine Gefängniskleidung laut Berichten ausgezogen, bevor die Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft ihn zum Verhör bringen wollten und diese sofort wieder angezogen, nachdem diese die Zelle verlassen hätten. Dieses Verhalten sei für einen ehemaligen Präsidenten "ehrlich gesagt peinlich", fügte Jung hinzu.