Der TagEin Schnellzug von Berlin nach Paris ... fährt doch über Karlsruhe!

Die Deutsche Bahn und die französische Staatsbahn SNCF tüfteln gerade an einer schnellen Direktverbindung zwischen Berlin und Paris. Wo sollte dieser Schnellzug nur sonst lang fahren, wenn nicht mit Stopps in Karlsruhe und Straßburg? Das erschließt sich Ihnen nicht ganz? Mir auch nicht, aber anderen dafür umso mehr: dem Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup von der SPD und seiner Straßburger Amtskollegin Jeanne Barseghian. Sie und weitere Unterstützer dieser Streckenführung gehen sogar noch weiter: "Eine andere Wahl der Streckenführung wäre unverständlich und inkohärent", schreiben sie in einem gemeinsamen Brief, der unter anderem an Bundesverkehrsminister Volker Wissing von der FDP geht. Beim Blick auf die Karte kann man bei der Argumentation nicht so ganz mitgehen. Karlsruhe und Straßburg als Stopps würden wohl schon einen "Extra-Schlenker" zur Folge haben. Die Betonung bei dem Bahnprojekt liegt ja auf schnell - in sieben Stunden von Hauptstadt zu Hauptstadt. Aber vielleicht muss ein EU-Parlamentarier oder eine EU-Parlamentarierin ja mal nach Berlin, dann zufällig zum Bundesgerichtshof (Karlsruhe), dann zum EU-Parlament (Straßburg) und genießt schließlich ein freies Wochenende in Paris?
Der Brief an Wissing und seinen französischen Amtskollegen Clément Beaune kommt jedenfalls nicht aus dem Nichts: Wie die elsässische Regionalzeitung "Les Dernières Nouvelles d'Alsace" berichtet, ist der Vorstoß eine Reaktion auf eine Ankündigung aus Frankreich, wonach der Hochgeschwindigkeitszug künftig über Frankfurt am Main verkehren soll. Ob über Frankfurt und/oder über die beiden anderen Stationen: Ich bin gespannt, ob es wie von den Unternehmen angekündigt, tatsächlich spätestens im Laufe des nächsten Jahres losgeht.