Der Tag

Der TagEin Viertel der Hausärzte will Arbeit aufgeben

11.06.2025, 20:57 Uhr

Die Versorgung mit Hausärzten ist schon jetzt lückenhaft. Wer Termine sucht, stößt immer öfter auf längere Wartezeiten oder muss weitere Wege zur Praxis zurücklegen. Das Problem wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter den bundesweit knapp 56.000 Hausärztinnen und -ärzten im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und der Uni Marburg.

Laut den Antworten der knapp 3700 Teilnehmer plant ein Viertel der Befragten, seine Arbeit in den nächsten fünf Jahren aufzugeben. Wer den Job weitermacht, will eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit um im Schnitt zwei Stunden umsetzen. Schon heute sind mehr als 5000 Hausarztsitze nicht besetzt, sagt die Stiftung. Da der Ärztenachwuchs die Lücke nicht füllen kann, wird sich die Zahl der fehlenden Hausärzte in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.

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Mehr und mehr Praxen werden geschlossen. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Nach Überzeugung der Stiftung muss diese Entwicklung aber nicht automatisch zu Einbußen bei der Versorgung führen. "Wichtig wird sein, wie viel Zeit dem Hausarzt und der Hausärztin effektiv für die Arbeit am Patienten zur Verfügung steht. Hier gilt es, bislang ungenutzte Potenziale zu heben", sagt Uwe Schwenk, Experte der Bertelsmann Stiftung. Die Befragten nutzen laut ihren Antworten rund 80 Prozent ihrer Arbeitszeit für Sprechstunden und Hausbesuche. Der Rest wird ihren Angaben zufolge für Verwaltungsaufgaben und Fortbildungen eingesetzt.

Quelle: ntv.de