Der TagEpstein-Skandal: Britische Polizei gerät in den Fokus
Im Skandal um den früheren Prinzen Andrew und dessen unrühmlichen Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein steht nun auch die britische Polizei wegen möglicher Mitwisser unter Druck: Nach der vorübergehenden Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor wird vermehrt gefordert, auch Personenschützer der Königsfamilie zu dessen Epstein-Freundschaft zu befragen. Andrew war am Donnerstag vergangener Woche infolge der Freigabe neuer Epstein-Akten durch die US-Regierung festgenommen und mehrere Stunden lang von der Polizei festgehalten worden. Gegen den Bruder von König Charles III. wird wegen des Verdachts auf Fehlverhalten in einer offiziellen Funktion ermittelt: Er soll als britischer Handelsgesandter vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben haben.
Missbrauchsvorwürfe gegen Andrew sind offiziell bislang nicht Teil der Ermittlungen. Die Londoner Polizei teilte vergangene Woche lediglich mit, sie habe "ehemalige und aktuelle Beamte" der Einheit der Metropolitan Police "kontaktiert", die für den Schutz der Königsfamilie zuständig ist. Andrews Personenschützer wurden demnach gebeten, "sorgfältig zu prüfen", ob sie während ihrer Dienstzeit Dinge "gesehen oder gehört" haben, die für die Ermittlungen relevant sein könnten. Ein ehemaliger Leiter der Einheit forderte nun, die Beamten nicht nur informell zu kontaktieren, sondern sie formell zu verhören. Wenn die Ermittler die Vermutung hätten, dass Andrews Personenschützer "über wichtige Beweise verfügen", müssten sie "an ihre Türen klopfen", sagte Dai Davies, der die Einheit von 1994 bis 1998 leitete, dem Sender Times Radio.