Der TagErdogan schlägt verbal um sich - doch sein Ende könnte nah sein
Es sind entscheidende Tage für Recep Tayyip Erdogan. Der türkische Präsident kämpft - nicht nur gegen gesundheitliche Probleme, die ihn für mehrere Tage außer Gefecht setzten, sondern auch gegen die Stimmung gegen ihn. Eine Reihe von Umfragen zur Präsidentschaftswahl am 14. Mai sieht den 69-Jährigen hinter seinem sozialdemokratischen Herausforderer Kemal Kilicdaroglu. Entsprechend aggressiv startete Erdogan in die letzten Wochen seines Wahlkampfs. Bei Auftritten kündigte er einen "vernichtenden Sieg" an und warf der Opposition "skandalöse Aussagen" vor.
Politisch ist Erdogan schon länger angeschlagen. Die umstrittene Wirtschaftspolitik des islamisch-konservativen Staatschefs hat einen Teil seiner Wählerschaft in die Armut getrieben, die Inflationsrate ist horrend hoch. Auch sein Krisenmanagement nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei und Nordsyrien vom 6. Februar mit mehr als 50.000 Toten wird scharf kritisiert. Und die Opposition hat sich fast geschlossen hinter einem einzigen Kandidaten versammelt: Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der von Mustafa Kemal Atatürk gegründeten sozialdemokratischen Partei CHP, will Erdogan ablösen und liegt manchen Umfragen zufolge deutlich vorn.