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Der TagErmittler: Ex-RAF-Terrorist Garweg möglicherweise im Ausland

08.03.2024, 13:11 Uhr
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Ein aktuelles Foto von Burkhard Garweg. (Foto: dpa)

Letzte Woche gab sich das Landeskriminalamt Niedersachsen noch ziemlich selbstbewusst, sprach davon, "dicht dran" am gesuchten Ex-RAF Terroristen Burkhard Garweg zu sein, appellierte in den Medien an den 55-Jährigen, sich zu stellen. Wohnungen und das Bauwagengelände in Berlin, auf dem Garweg mutmaßlich gelebt hat, wurden von Polizistinnen und Polizisten gefilzt, ein Wohnwagen an einer Autobahnraststätte in Hessen gestoppt. Doch auf den Gesuchten traf die Polizei in keinem der Fälle. Wo ist Garweg jetzt? Nach Angaben des niedersächsischen Landeskriminalamts ist er möglicherweise ins Ausland geflüchtet. Es gebe neue Hinweise, die etwa auf einen Aufenthalt im europäischen Ausland hindeuteten, sagte LKA-Präsident Friedo de Vries dem "Spiegel". "Den Hinweisen gehen wir nach", betonte er. Sicher sei, dass er sich mehrere Jahre auf einem Bauwagengelände in Berlin-Friedrichshain aufgehalten haben dürfte - "vermutlich mindestens bis zur Festnahme Klettes".

Die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette war am 26. Februar in Berlin-Kreuzberg festgenommen worden. Zusammen mit Garweg und Ernst-Volker Wilhelm Staub war sie vor über 30 Jahren untergetaucht. Alle drei gehörten der sogenannten dritten Generation der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion an, die bis 1991 zahlreiche Anschläge verübte und Menschen tötete. 1998 erklärte die RAF sich für aufgelöst. Gefahndet wird nach Garweg und Staub laut Behördenangaben nicht wegen der Taten, die sie mutmaßlich im Namen der RAF verübt haben, sondern wegen schwerer Raubüberfälle in jüngerer Vergangenheit. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Trio die Straftaten begangen hat, um ihr Leben im Untergrund finanzieren zu können. Zwischen 1999 und 2016 sollen sie Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen überfallen haben. Ihnen wird auch versuchter Mord vorgeworfen, weil dabei geschossen wurde.

Quelle: ntv.de