Der TagErmittlungen ausgeweitet: Lünens Bürgermeister sieht sich frei von Schuld
Im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen den früheren stellvertretenden Bürgermeister von Lünen wird nun auch gegen Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns ermittelt. Es bestehe der Verdacht der Verletzung eines Dienstgeheimnisses und der versuchten Strafvereitelung im Amt, erklärte die Dortmunder Staatsanwaltschaft. Der parteilose Bürgermeister habe sich am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss zu dem Verdacht geäußert, sagte ein Sprecher der Stadt im Kreis Unna. Er habe eine Erklärung verlesen und darin betont, er habe sich nichts vorzuwerfen.
Der frühere Vize-Bürgermeister Daniel Wolski war Ende Oktober in Untersuchungshaft genommen worden, er soll Minderjährige gegen Bezahlung sexuell missbraucht haben. Seine Verteidigerin wollte sich damals nicht zu den Vorwürfen äußern. In der U-Haft legte der SPD-Politiker sein Amt nieder. Im März war bei einer Durchsuchung umfangreiches Datenmaterial sichergestellt worden, darunter Chat-Protokolle, zudem waren bei dem Politiker Datenträger mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten gefunden worden.
Nun wurde bekannt, dass Bürgermeister Kleine-Frauns zuvor eine Mail, in der mögliche sexuelle Verfehlungen Wolskis behauptet worden waren, an diesen selbst weitergeleitet und dann gelöscht habe. Wie ein Sprecher der Dortmunder Staatsanwalt sagte, habe Kleine-Frauns die Polizei nicht informiert.