Der TagEx-Anwalt soll Stephan Ernst zu Falschaussage geraten haben
Der frühere Verteidiger des Hauptangeklagten im Mordfall Lübcke, Frank Hannig, soll einem weiteren Anwalt gegenüber die Erfindung falscher Aussagen für seinen Mandanten Stephan Ernst eingeräumt haben. Hannig habe ihm erklärt, sich Teile des zweiten Geständnisses ausgedacht zu haben, sagte Mustafa Kaplan, aktueller Verteidiger von Ernst, vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt: "Ich war verwundert, dass er das eingeräumt hat, dass er eine Lüge produziert hat." Demnach hatte Hannig Ernst aussagen lassen, dass der Mitangeklagte Markus H. den tödlichen Schuss auf Kassels Regierungspräsidenten Walter Lübcke abgab. So habe Hannig Markus H. zu einer Aussage bewegen wollen.
Lübcke war im Juni 2019 vor seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Stephan Ernst soll ihn aus rechtsextremistischen Motiven getötet haben. Ernst ist wegen Mordes angeklagt, Markus H. wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen. Ernst hat seit seiner Verhaftung drei Geständnisse mit unterschiedlichem Inhalt abgelegt. Vor Gericht geht es momentan darum, wie diese zustande gekommen sind.