Der TagExperte sieht AfD-Strategie in Thüringen - "Tiefpunkt in der Geschichte"
Schon die erste Sitzung des neuen Thüringer Parlaments verläuft chaotisch: Nach elf Minuten gibt es die erste Unterbrechung, die Rede von Jürgen Treutler von der AfD sorgt für immense Kritik und am Ende trennen sich die Fraktionen ergebnislos. Der Erfurter Politikwissenschaftler André Brodocz sieht darin eine Strategie der erstarkten AfD-Fraktion in Thüringen. Das Verhalten der Fraktion und des von ihr gestellten Alterspräsidenten im Thüringer Landtag sei ein "Tiefpunkt in der Geschichte des deutschen Parlamentarismus".
"Die AfD hat auf eine zutiefst beispiellose Art und Weise die Prinzipien unserer parlamentarischen Demokratie missachtet", sagte Brodocz im Deutschlandfunk. Man habe sehen können, wie eine Minderheit versucht habe, der Mehrheit ihren Willen aufzuzwingen, sagte Brodocz. Die AfD sei zwar die stärkste Fraktion, habe aber keine Mehrheit im Parlament. "Das ist auf alle Fälle, glaube ich, ein Beispiel dafür, wie die Partei versucht, Verfahren zu ihren Gunsten zu instrumentalisieren", sagte der Professor für Politische Theorie.