Der TagExperte vermutet mehr Kinderporno-Portale wie "Boystown"
Auch nach den Urteilen gegen die Betreiber der kinderpornografischen Plattform "Boystown" im Darknet dauern die Ermittlungen in dem Fall an. "Wir haben eine Vielzahl an Nutzern identifiziert", sagte Sebastian Zwiebel, Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft. Er hoffe, dass auch in Zukunft Erfolge der Ermittlungsarbeit zu vermelden sein werden. Die Plattform mit Aufnahmen von schwerer sexueller Gewalt gegen Kinder hatte den Ermittlungen zufolge mehr als 400.000 Mitglieder und über eine Million Forenbeiträge. Sie wurde im April 2021 abgeschaltet, im Anschluss wurden vier Betreiber angeklagt.
Das Frankfurter Landgericht verurteilte sie zu hohen Haftstrafen, gegen zwei der Angeklagten verhängte das Gericht Sicherungsverwahrung. Trotz des Urteils sei es möglich, dass solche Plattformen existieren oder in Zukunft wieder aufgebaut würden, sagte Zwiebel. Doch jeder, der dies tue, müsse wissen, dass er strafrechtlich verfolgt werde, auch international. Dies gelte auch für Nutzer derartiger Plattformen sowie Täter, die Aufnahmen von sexueller Gewalt dort einstellten. "Das Darknet ist weder ein rechtsfreier noch ein strafverfolgungsfreier Raum", sagte Zwiebel.