Der TagForscher: Mehr Armut wegen Bill Clintons Sozialhilfereform
Als US-Präsident Bill Clinton im Jahr 1996 seine Sozialhilfereform mit vielen Kürzungen durchsetzte, rieben sich viele die Augen: ein Demokrat, der eine republikanische Agenda vertritt?
Wissenschaftler sagen nun 20 Jahr später: Die Kürzung der Sozialhilfe verringerte nur die ersten vier Jahre die Armut. "Alleinerziehende Mütter gingen arbeiten, aber es ist unklar, ob die Sozialhilfereform damit viel zu tun hat", wird der Sozialforscher Luke Shaefer von "The Intercept" zitiert.
Shaefer stellte zusammen mit Soziologin Kathryn Edin fest, dass heute 1,5 Millionen Haushalte in den USA in oder unter extremer Armut mit 2 US-Dollar oder weniger pro Tag leben. 3 Millionen Kinder leben in diesen Haushalten.
Die Armutsrate hat sich damit seit 1996 verdoppelt.
In Deutschland hatte sich Bundeskanzler Gerhard Schröder am Vorbild USA orientiert und Hartz IV mit dem Grundsatz "Fördern und Fordern" durchgesetzt.