Der Tag

Der TagForscher wollen Eis in der Antarktis durch Beschneien retten

18.07.2019, 10:42 Uhr

Ein kühner Plan, den sich Klimaforscher da ausgedacht haben: Um den weiteren Eisverlust in der Westantarktis zu stoppen, befürworten Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) die Eisflächen mit zusätzlichem Schnee zu beschneien. Der Neuschnee soll dabei aus Meerwasser gewonnen werden.

"Tatsächlich stellen wir fest, dass eine riesige Menge Schnee den Eisschild tatsächlich in Richtung Stabilität zurückdrücken und die Instabilität stoppen kann", sagt Johannes Feldmann vom PIK. "Umgesetzt werden könnte dies durch eine enorme Umverteilung von Wassermassen erreicht werden - mehreren hundert Milliarden Tonnen Wasser müssten pro Jahr aus dem Ozean gepumpt und über einige Jahrzehnte hinweg auf das Eis geschneit werden."

Um das Projekt realisieren zu können, wären allerdings große Anstrengungen erforderlich. Das Hochpumpen und Entsalzen des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend High-End-Windturbinen erfordern, so die Wissenschaftler. Zudem würde die Errichtung der benötigten Infrastruktur wohl auch das Naturreservat in der Region zerstören.

"So unglaublich es auch erscheinen mag: Um ein noch nie dagewesenes Risiko zu vermeiden, muss die Menschheit vielleicht auch noch nie dagewesene Anstrengungen unternehmen", so Anders Levermann, Physiker am PIK.