Der TagFrankreich begräbt Pläne für 49-Euro-Ticket

Als Deutschland 2022 testweise das 9-Euro-Ticket für drei Monate anbot, war die Euphorie nicht nur in der Bevölkerung groß. Auch Touristinnen und Touristen aus dem Ausland freuten sich über die günstige und vor allem einfache Art, durch die Bundesrepublik zu fahren (auch wenn das in der Praxis nicht sehr rund lief wegen komplett überfüllter Züge und Bahnsteige). Also warum die Idee nicht kopieren? Bei unserem Nachbarn Frankreich wird es kein solches Ticket geben. Die Pläne für ein Ticket nach deutschem Vorbild werden begraben. Stattdessen solle es einen Ferienpass für junge Leute geben, mit dem diese im Sommer ihr Land mit Regionalbahnen und Intercity-Zügen erkunden könnten, sagte Frankreichs neuer Transportminister Patrice Vergriete in einer Fragestunde im Parlament in Paris. Sein Amtsvorgänger Clément Beaune hatte sich für so ein Ticket stark gemacht und dabei auch Unterstützung von Präsident Emmanuel Macron erhalten. Ein Ferienpass für junge Leute? Das ist nicht mal im Ansatz ein ähnliches Angebot.
Die Idee traf in Frankreich allerdings auch auf ähnliche Probleme wie in Deutschland: Es gab Gezerre um die Finanzierung eines solchen Tickets, die die für den Regionalverkehr zuständigen Regionen alleine hätten stemmen müssen. "Wir müssen aufhören mit guten Ideen auf Kosten der anderen", sagte nun der Transportminister. Dabei hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing von der FDP bereits die Idee eines grenzüberschreitend in Deutschland und Frankreich gültigen 49-Euro-Tickets für den Regionalverkehr lanciert. Da der regionale Zugverkehr zwischen beiden Ländern in den kommenden Jahren massiv ausgebaut wird, wäre eine rege Nutzung eines solchen grenzüberschreitenden Tickets zu erwarten gewesen. Für zwei Mal 49 Euro oder womöglich nur für 49 Euro nach Paris? Daraus wird jetzt wohl nichts ...