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Der TagFrankreichs Luxuskonzerne kassieren nur im Ausland Staatshilfen

14.05.2020, 10:25 Uhr

Die Marken Louis Vuitton und Dior gehören zum französischen Luxuskonzern LVMH, Balenciaga und Gucci fallen unter das Konzerndach von Kering. Die beiden Edelunternehmen sind echte Schwergewichte der Luxusgüterindustrie. Von der Corona-Krise sind beide gleichermaßen betroffen. Aus Imagegründen verzichten LVMH und Kering in Frankreich allerdings auf Staatshilfen wie Kurzarbeitergeld, im Ausland schlagen beide Konzerne dafür zu. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

In ihrer Heimat würden beide Konzerne den Wohltäter geben, sie stellen die Produktion von edlen Kleidern auf Schutzmasken um oder statt Parfüm wird Desinfektionsmittel hergestellt. In Italien beispielsweise, wo viele Produkte der beiden Unternehmen hergestellt werden, würden Lohnkosten auf den Steuerzahler abgewälzt. Französische Konkurrenzunternehmen wie Hermés oder Chanel handhaben es anders und verzichten komplett auf Kurzarbeitergeld. Die Soziologin Janine Mossuz-Lavau erläutert der "SZ" den Grund für das Vorgehen. "Würden Luxusfirmen auf Kurzarbeit zurückgreifen, gälte das in Frankreich als unmoralisch", sagt sie. "Der Neid ist hier leicht geweckt", so die Soziologin.

Quelle: ntv.de