Der Tag

Der TagFranzösische Ex-Geisel kehrt nach Mali zurück - und sorgt für Empörung

03.11.2021, 18:04 Uhr

Die Rückkehr einer 2020 in Mali befreiten französischen Geisel in das westafrikanische Land hat in Frankreich Empörung ausgelöst. Es sei eine Form von "Unverantwortlichkeit" mit Blick auf ihre eigene Sicherheit und die Sicherheit der französischen Soldaten dort, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal in Paris. Die Französin Sophie Pétronin war zwischen 2016 und 2020 in Mali in der Hand von Geiselnehmern.

223097645
Präsident Emmanuel Macron empfing Sophie Pétronin persönlich bei ihrer Ankunft in Frankreich 2020. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen bezeichnete das Verhalten der 76-Jährigen als "undankbar" und "unangemessen". Für ihre Befreiung seien "200 Dschihadisten" freigelassen worden, die nun ihre Waffen gegen französische Soldaten richten würden. Die malische Regierung hatte 2020 im Gegenzug für die Befreiung von vier Geiseln mehrere Dutzend Häftlinge freigelassen.

Bei ihrer Ankunft in Frankreich war Pétronin von Präsident Emmanuel Macron empfangen worden. Noch am Flughafen hatte sie erklärt, dass sie Muslimin sei und nach Mali zurückkehren wolle. Pétronin hatte sich in Mali um vernachlässigte Kinder gekümmert und soll ein Mädchen adoptiert haben.

Quelle: ntv.de