Der TagFranzösischer Minister tritt wegen Festgelagen zurück

Nach nur gut zehn Monaten im Amt tritt Frankreichs Umweltminister Francois de Rugy im Zuge einer "Hummer-Affäre" zurück. Medienberichten zufolge hatte er als früherer Präsident der Nationalversammlung wiederholt Festgelage aus öffentlichen Mitteln gegeben. Nach einem Bericht der Online-Zeitung "Mediapart" gab de Rugy als Unterhaus-Vorsitzender zwischen Oktober 2017 und Juni 2018 rund zehn Abendessen, bei denen auch Hummer, Champagner und teure Weine gereicht wurden. Die Gäste sollen größtenteils aus dem Umfeld von de Rugys Frau Séverine stammen, die Journalistin bei dem Magazin "Gala" ist.
Die Regierung hatte nach den Berichten eine Untersuchung eingeleitet und angekündigt, de Rugy müsse womöglich veruntreute Gelder zurückzahlen. Der Minister überreichte nun sein Rücktrittsgesuch an Premierminister Edouard Philippe. Der 45-Jährige selbst bezeichnet sich als Opfer einer "medialen Lynchjustiz". De Rugy kündigte eine Verleumdungsklage gegen "Mediapart" an.