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Der TagFrau sitzt nach Geburt auf Jamaika fest - Großbritannien verweigert Baby Einreise

11.07.2022, 19:17 Uhr
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Die Familie wurde von den Behörden in zwei Teile gerissen. Die Mutter könnte Jamaika nur ohne ihr Baby verlassen. (Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Diese Geschichte erscheint schier unglaublich: Tiffany Ellis, die seit ihrem achten Lebensjahr in Großbritannien lebt und eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzt, reist mit ihrer Familie nach Jamaika und bringt dort ein Kind zur Welt. Auf der Rückreise erlebt die Familie einen wahren Albtraum: Die britischen Behörden verweigern dem Baby die Einreise. Die Begründung ist zynisch und abenteuerlich zugleich: Das Kind habe ein "etabliertes Leben" auf der Karibikinsel - zu dem Zeitpunkt acht Monate alt. Das berichtet die britische Zeitung "The Guardian". Demnach sitzt die Britin bereits seit über einem Jahr auf Jamaika fest. Ihr Baby mit dem Namen Xien kam am 30. April 2021 zur Welt. Seitdem versucht Ellis dem Bericht zufolge vergebens, wieder in ihre Heimat London zurückzukehren - zu ihrem Mann und ihrer gemeinsamen Tochter, der fünfjährigen Xianna.

Die kleine Familie reiste ursprünglich im Januar 2020 dorthin, weil das Paar auf Jamaika heiraten wollte. Die Corona-Pandemie zwang sie, deutlich länger als geplant auf der Insel zu bleiben. Das Ja-Wort gab sich das Paar dann im August 2020. In einem Ablehnungsschreiben vom britischen Innenministerium zum Visumantrag des Babys heißt es, dass die Entscheidung "durch die Notwendigkeit gerechtfertigt ist, eine wirksame Einwanderungs- und Grenzkontrolle aufrechtzuerhalten" und keine "ungerechtfertigt harten Konsequenzen" haben wird. Mit finanzieller Unterstützung seiner Mutter in Großbritannien, zitiert die Zeitung weiter aus der Begründung, könne das Leben des Babys auf Jamaika weitergehen wie bisher. "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht darüber weine", sagt die 28-Jährige. "Ich möchte Xien nur nach Hause bringen, bevor sich sein Gesundheitszustand verschlechtert." Der kleine Junge habe ein Nierenleiden, sagt Ellis, das auf der Karibikinsel nicht behandelt werden könne.

Quelle: ntv.de