Der TagFreispruch für Künstler nach Graffito mit Söder in SS-ähnlicher Uniform
Ein zuvor in zwei Instanzen wegen eines Graffitos von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in Nazi-Symbolik verurteilter Künstler ist vom obersten bayerischen Gericht freigesprochen worden. Das Bayerische Oberste Landesgericht entschied in Nürnberg, dass sich der Mann auf die Kunstfreiheit berufen könne. Das Graffito sei nach dem Maßstab aller vom Bundesverfassungsgericht geprägten Begriffe Kunst, erklärte eine Gerichtssprecherin.
Der angeklagte Künstler Fabian Zolar hatte auf einer Feldscheune ein einer Postkarte ähnelndes Graffito mit dem Schriftzug "Liebesgrüße aus Bayern" gesprüht. Dazu sprühte er einen Uniformierten, dessen eine Gesichtshälfte einen Totenschädel darstellt und dessen andere Gesichtshälfte Söder ähnelt.
Darunter positionierte er außerdem zwei kleinere Bilder mit Menschen in Polizeiuniform, die unmittelbaren Zwang anwenden. Zolar bezeichnete das Graffito in der "Bild"-Zeitung als "Mahnmal gegen Polizeigewalt". Er sei bei einem Einsatz Opfer von Polizeigewalt geworden, sagte er.