Der TagFührerschein: So viele fallen durch die Theorieprüfung

Wie weit sollte man beim Überholen gucken können? Wo ordnet man sich in einer Einbahnstraße beim Linksabbiegen ein? Wie finde ich den richtigen Reifendruck heraus? Fragen über Fragen, mit denen alle, die einen Führerschein wollen, in der Theorieprüfung gequält werden. Fast jeder Zweite schafft es nicht, genug Fragen richtig zu beantworten: Mit einer Durchfall-Quote von 45 Prozent der Fahrschüler lag der Wert im vergangenen Jahr auf demselben hohen Niveau wie 2023 (46 Prozent), wie aus Daten des TÜV-Verbands hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Die meisten Fahrschülerinnen und Fahrschüler fallen in Berlin und Sachsen-Anhalt durch. Dort war jede zweite Theorieprüfung fürs Auto erfolglos. Dabei verbesserte sich die Bundeshauptstadt bei der Durchfall-Quote immerhin von 52 auf 50 Prozent. Laut TÜV-Verband ist die Quote der Durchfaller in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. 2015 lag sie noch bei 35 Prozent.
Besonders bitter: Die aktuelle Statistik zeige, dass auch mehrfaches Scheitern keine Seltenheit sei, teilte der Verband mit. Zwei von fünf Theorieprüfungen fürs Auto waren im vergangenen Jahr ein Wiederholungsversuch. "Jeder gescheiterte Versuch steigert die mentale Belastung der Betroffenen und führt zu weiteren Kosten", sagte Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. Immerhin: Nach dem dritten Versuch haben demnach 91 Prozent der Bewerber die Theorieprüfung, nach dem vierten sind es 96 Prozent. Das ist nicht nur psychischer Stress, sondern auch finanziell eine Belastung: Die Preise sind zuletzt deutlich gestiegen. Pauschale Preise gibt es zwar wegen des unterschiedlichen Schulungsaufwands nicht und die Fahrschulen können die Preise für Fahrstunden oder Unterricht selbst festlegen. Dem ADAC zufolge kostete ein Auto-Führerschein zuletzt aber zwischen 2500 und 4400 Euro.