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Der TagFünf Monate alter Säugling ertrinkt vor Lampedusa

13.09.2023, 10:43 Uhr

Nach der Flucht mit seiner Mutter übers Mittelmeer ist ein erst fünf Monate altes Kind bei der Ankunft auf der italienischen Insel Lampedusa ertrunken. Der Säugling fiel in der Nacht zum Mittwoch ins Wasser, als die Küstenwache 46 Migranten von einem Boot an Land bringen wollte. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete von chaotischen Szenen. Auch andere Menschen seien im Wasser gelandet, hätten sich aber retten können. Für das kleine Kind jedoch kam jede Hilfe zu spät. Lampedusa liegt zwischen Sizilien und Nordafrika, knapp 190 Kilometer entfernt von der Küstenstadt Sfax in Tunesien. Allein am Dienstag kamen auf der Insel etwa 2500 Bootsflüchtlinge an - so viele wie noch nie an einem einzigen Tag. Vor der Mole des Hafens bildete sich zeitweise eine lange Schlange kleiner Metallboote, die aufs Anlegen warteten. Das Erstaufnahmelager auf Lampedusa mit Platz für eigentlich 400 Menschen ist wieder einmal völlig überfüllt. Die Familie, zu der das ertrunkene Kind gehörte, hatte sich nach Angaben der Behörden aus dem westafrikanischen Land Guinea auf den Weg nach Europa gemacht. Die Mutter ist minderjährig. Sie erhält nun psychologische Unterstützung.

Quelle: ntv.de