Der TagGewaltbereite US-Christen machen Wahlkampf mit Dietrich Bonhoeffer - deutsche Bischöfe protestieren

"Christliche Nationalisten berufen sich immer häufiger auf Dietrich Bonhoeffer", kritisieren deutsche Bischöfe und amerikanische Theologen in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit". Der Widerstandskämpfer werde "dazu benutzt, politische Gewalt zu legitimieren", heißt es in einem offenen Brief, der unter anderem von Heinrich Bedford-Strohm und Wolfgang Huber unterzeichnet ist, beide ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.
"In der Sorge um das Gemeinwohl warnen wir vor missbräuchlichem Umgang mit dem Erbe Bonhoeffers", so die Verfasser. Im US-Wahlkampf würden gewaltbereite Christen "ihre politischen Gegner mit Nazi-Verbrechern" gleichsetzen und "ihre eigenen militanten Aktionen auf eine Stufe mit dem Widerstand gegen die nationalsozialistische Schreckensherrschaft" stellen. Die Autoren stellen klar: "Dietrich Bonhoeffer setzte sich für Gerechtigkeit und Nächstenliebe ein, insbesondere im Dienste der Schwächsten." Er habe sich bereits 1930 gegen die Gefahren des christlichen Nationalismus verwahrt.