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Der TagGewalttat mit vier Toten im Kreis Rotenburg: Waffen gehören nicht der Bundeswehr

04.03.2024, 15:11 Uhr

Eine erschütternde Meldung erreichte uns am vergangenen Freitag aus Niedersachsen: Ein 32-Jähriger soll im Landkreis Rotenburg (Wümme) vier Menschen erschossen haben. Nun geben die Ermittler von der Polizei und der Staatsanwaltschaft Verden weitere Details bekannt. Demnach stammen die mutmaßlichen Tatwaffen nicht aus dem Bestand der Bundeswehr. Der Mann ist nämlich Soldat und nach Bekanntwerden kamen schnell Spekulationen auf, ob die Bundeswehr unachtsam mit den eigenen Waffen- und Munitionsbeständen umgegangen ist und so die schreckliche Tat erleichtert haben könnte. Im Internet kursierten Fotos, die unter anderem Waffenmagazine zeigen. Diese stammen - soweit liegen die Internet-Detektive richtig - wohl tatsächlich von einem Sturmgewehr und von einer Pistole, aber sie waren den Angaben zufolge ordnungsgemäß auf der Besitzkarte des Beschuldigten eingetragen. Eine genaue Untersuchung der Waffen stehe aus. Bei den Getöteten handelt es sich unter anderem um den neuen Freund seiner Ex-Partnerin sowie um eine ihrer Freundinnen und deren kleines Kind. Besonders furchtbar: Die Frau und ihr neuer Partner hatten sich hilfesuchend an die Polizei gewandt und den 32-Jährigen auch angezeigt. Die Polizei kann bislang nicht viel mehr vorweisen als eine sogenannte Gefährderansprache, also dass die Polizei das Gespräch mit dem Mann gesucht hatte. In der Folge könnte es zu einer fatalen Fehleinschätzung der Lage gekommen sein. Es zeigt für mich persönlich wieder zwei Dinge auf: Zum einen sind Waffen wie ein Sturmgewehr in Privatbesitz zu Recht umstritten und lebensgefährlich. Zum anderen müssen Menschen, die vor einer Gewalttat ihres Ex-Partners warnen und Hilfe bei Behörden suchen, ernst genommen und geschützt werden - zumal, wenn derjenige mehrere Waffen in seinem Besitz hat.

Quelle: ntv.de