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Der TagGisèle Pelicots letzte Aussage im Prozess hat es in sich

19.11.2024, 14:38 Uhr

Gisèle Pelicot hat Mut bewiesen, der schwer in Worte zu fassen ist. Sie wurde betäubt und jahrelang zigfach vergewaltigt, von ihrem eigenen Ehemann und anderen Männern. Als das herauskam, hat sie beschlossen, das Verfahren vor den Augen der Öffentlichkeit abzuhalten, damit die Scham die Seiten wechseln kann. Von ihr, zu den Schuldigen, zu denen, die sie eigentlich fühlen sollten. Nun hat Pelicot die Aussagen etlicher Angeklagter scharf kritisiert. "Das ist der Prozess der Feigheit", sagte Pelicot in ihrer letzten Aussage vor Beginn der Plädoyers. Sie habe Dinge gehört, die inakzeptabel seien, die man nicht zu hören ertrage. Pelicot verwies auf Angeklagte, die angaben, wie fremdgesteuert gewesen zu sein oder selbst womöglich unter Drogen gesetzt worden zu sein, als sie sich an ihre vergingen.

"Es ist für mich sehr schwierig, wenn gesagt wird, dass es praktisch eine Banalität ist, Madame Pelicot vergewaltigt zu haben", sagte Gisèle Pelicot vor Gericht. Sie frage sich, wann die Angeklagten entschieden hätten, das Vorgehen nicht anzuzeigen. Die Gesellschaft sei patriarchal und müsse dies erkennen. "Wir banalisieren Vergewaltigungen", kritisierte die Anfang-Siebzigjährige.

Quelle: ntv.de