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Der TagGysi warnt seine Linken und übt Selbstkritik

25.03.2026, 21:02 Uhr

Im internen Streit der Linken über Antisemitismus drängt der frühere Fraktionschef Gregor Gysi seine Partei zu einer klaren Positionierung. "Solche Machtkämpfe sind nie gut für eine Partei", sagt Gysi dem "Spiegel". "Aber diesen Machtkampf müssen wir jetzt zu Ende führen. Auf dem Bundesparteitag im Juni müssen sich alle sehr genau überlegen, welchen Weg sie gehen und welche Konsequenzen das hat. Am Ende muss sich die Mehrheit klar gegen Antisemitismus positionieren."

Gysi warnt davor, dass der anhaltende Streit über den Nahostkonflikt der Partei schaden könnte. Die ständige Beschäftigung damit lenke davon ab, "dass wir die Partei sind, die sich etwa für soziale Gerechtigkeit und erschwingliches Wohnen und gegen die AfD einsetzt".

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200 Linken-Mitglieder werfen Gysi vor, "rassistische Narrative" zu reproduzieren. Er selbst nennt das "so etwas von absurd". (Foto: picture alliance / dpa)

Er verwahrt sich zudem gegen Rassismusvorwürfe aus der eigenen Partei, übt in diesem Zusammenhang aber auch Selbstkritik. "Ich gebe zu, dass meine Wortwahl nicht so glücklich war. Das tut mir auch leid", sagt er dem Magazin. "Ich hätte nicht nur und so pauschal über migrantische Mitglieder sprechen sollen. Ich hätte auch sagen müssen, dass es auch junge, deutsche Mitglieder ohne Migrationshintergrund gibt, die exakt den Standpunkt vertreten, wonach Israel von Anfang an nur kolonial und imperialistisch war - so wie es auch die Linksjugend vor Kurzem beschlossen hat. So etwas zeugt von einem ungeheuren Mangel an Geschichtswissen."

Quelle: ntv.de