Der Tag

Der TagHRW: Türkei schießt in Richtung Flüchtlinge

15.04.2016, 17:42 Uhr

b4886b7575c8c4434a1ff6f3aa041530
Türkische Artillerie schießt über die Grenze auf die syrische Seite - diese Aufnahme ist aus dem Februar. (Foto: AP)

Die erbitterten Kämpfe in der nordsyrischen Provinz Aleppo haben Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben und lasten schwer auf den Friedensgesprächen in Genf.

  • Alleine an einem Frontabschnitt nahe der türkischen Grenze seien 30.000 Zivilisten auf der Flucht, berichtete Human Rights Watch (HRW). Aktivisten zufolge wurden in den Kämpfen um Aleppo seit Sonntag mehr als 200 Kämpfer aller Konfliktparteien getötet.

  • HRW-Mitarbeiter Gerry Simpson warf der Türkei vor, von der Grenze in Richtung der Flüchtlinge zu schießen: "Während Zivilisten vor IS-Kämpfern flüchten, antwortet die Türkei mit scharfer Munition anstatt mit Mitgefühl."

  • Die ganze Welt rede über den Kampf gegen die Dschihadisten vom Islamischen Staat. Aber diejenigen, die in größter Gefahr seien, dem IS in die Hände zu fallen, "sitzen auf der falschen Seite der Grenze in der Falle".

Auch die Bundesregierung zeigte sich alarmiert: Es sei wohl auch in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften auf syrischem Boden zu Gefechten gekommen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. "Das alles ist schlimm."

Quelle: ntv.de