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Der TagHäftlinge sammeln 660 Euro Pfand für schwer kranke Kinder

25.01.2023, 07:25 Uhr

Sie sitzen zwar hinter Gittern, aber können trotzdem sterbenskranken Kindern etwas zugutekommen lassen: Häftlinge der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hannover haben Pfandflaschen gesammelt und so 660 Euro für die Palliativstation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zusammenbekommen. In den vergangenen drei Monaten haben sie fleißig gesammelt, der Anstaltsbeirat gab 110 Euro dazu. "Das ist atemberaubend", sagt Häftling Alexander A., dem die Idee beim Blick in den Hof mit den zahllosen Pfandflaschen kam. Zusammen mit Anstaltssprecher Peter Landgraf wurde ein Plakat entworfen, um die Mitinsassen zu motivieren. Nicht alle trauten dem Vorschlag. "Manche sprechen kein Deutsch", erklärt Alexander A. die Vorbehalte. Nach und nach ließen sich viele überzeugen. "So viele Leute, die hier nur ein Taschengeld haben, machten mit", erzählt der 39-Jährige. Er selbst hat zwei Kinder und sitzt wegen Drogendelikten ein. Anstaltsleiter Matthias Bormann nennt es eine "selbstlose Aktion".

Dabei muss man auch bedenken: 25 Cent haben hinter Gittern nochmal einen ganz anderen Wert. Jeder Inhaftierte bekomme pro Tag für die geleistete Arbeit zwölf Euro. "Da sind 25 Cent für eine abgegebene Flasche schon bares Geld", sagt Bormann. Zumal der Anstaltsshop auch teurer ist als ein Supermarkt außerhalb der Mauern.

Quelle: ntv.de