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Der TagHat die Schwester von "Problembär" Bruno den Jogger doch nicht getötet?

09.05.2023, 13:55 Uhr

Als Anfang April ein Jogger an einem Forstweg in dem bei Wanderern und Touristen beliebten Val di Sole in Norditalien tot aufgefunden wird, wird JJ4, eine Schwester des 2006 in Bayern getöteten "Problembären" Bruno, als Täterin ausgemacht. Nun behauptet zumindest ein italienischer Tierschutzverband, dass der Mann nicht von der "Problembärin" JJ4 getötet wurde. Der Verband Leal reichte beim Verwaltungsgericht in Trient das Gutachten zweier Veterinärmediziner ein, das beweisen soll, dass der 26-jährige Trentiner nicht von dem Bärenweibchen, sondern von einem ausgewachsenen Bärenmännchen angegriffen und getötet worden sei. Das gab Leal bekannt. Der festgestellte Abstand zwischen den Eckzähnen in den Bisswunden sei typisch für ein Bärenmännchen, hieß es. Der Angriff auf den Jogger sei außerdem auf einen "langwierigen Versuch des Bären zurückzuführen, das Opfer zu vertreiben und abzuschrecken". Der Tierschutzverband fordert die Freilassung der inzwischen eingefangenen JJ4 sowie den Rücktritt von Regionalpräsident Maurizio Fugatti, der die Tötung und den Fang der Bärin angeordnet hatte. Die Eltern des getöteten Joggers reagierten auf das Gutachten und die Schlussfolgerungen des Vereins hingegen empört. Die Rekonstruktionen seien "fantasievoll und unglaublich", wie sie über ihre Anwälte mitteilen ließen.

Quelle: ntv.de