Der Tag

Der TagHelfer wollen Buckelwal mit Gurt in Lastkahn ziehen - Forscher entsetzt

27.04.2026, 17:57 Uhr

Bei dem geplanten Rettungsversuch des Buckelwals vor Poel soll am Dienstag ein Gurt zum Einsatz kommen. "Das wird so sein, dass der praktisch unter seiner Brust lang läuft, sich einmal hinten um die Flipper überschlägt, und darüber ziehen wir ihn", sagte die an der Privatinitiative zum Transport des Wals beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies auf Poel. Der Gurt sei breit und flexibel. Mit dem Gurt soll das Tier dabei unterstützt werden, in Richtung des Lastkahns, einer sogenannten Barge, zu schwimmen. Es soll dazu nach Aussage von Tönnies auf beiden Seiten von mehreren Menschen gezogen werden. Wenn der Wal während der Aktion in Panik gerate, könne eine Seite losgelassen werden.

Unterdessen rät das Deutsche Meeresmuseum von einem Lastkahn-Transport dringend ab. Das Tier sollte vielmehr größtmögliche Ruhe erhalten und ausschließlich palliativ versorgt werden, teilte die wissenschaftliche Einrichtung mit. "Von weiteren Manipulationen am Wal" sei abzusehen. "Der Allgemeinzustand des Wales hat sich weiter verschlechtert", betonten die Wissenschaftler. Die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung seien sehr gering. Sie "ist zudem mit enormen Verletzungsrisiken für den Wal verbunden", erklärten die Forscher und verwiesen auf ähnliche Einschätzungen etwa der International Whaling Commission und British Divers Marine Life Rescue. Ein mehrtägiger Transport gehe auch mit einer enormen Stressbelastung einher. "Insbesondere der Transport in einer Metallbarge wäre aufgrund der hohen Schallreflexion mit einer sehr großen Lärmbelastung innerhalb der Barge verbunden."

Quelle: ntv.de