Der TagHerrchen stirbt nach Schmusen mit Hund an Infektion
Ein Mann kommt im August vergangenen Jahres mit Anzeichen einer schweren Blutvergiftung ins Krankenhaus. Trotz Behandlung mit Antibiotika stirbt er rund zwei Wochen später an multiplem Organversagen, berichten nun die behandelnden Ärzte des Rotes-Kreuz-Krankenhauses RKK in Bremen. Im "European Journal of Case Reports in Internal Medicine" schildern sie, dass der 63-Jährige nach dem Schmusen mit seinem Hund mit dem Bakterium Capnocytophaga canimorsus infiziert wurde. Dieses kommt im Hundespeichel vor und kann über Bisswunden übertragen werden.
Der Patient sei zwar zuvor von seinem Hund abgeleckt, aber nicht gebissen worden. Der Erreger könne auch durch kleine Hautdefekte in den menschlichen Blutkreislauf eindringen. Wenn es zu einem schweren Verlauf komme, spielten meist Risikofaktoren wie ein geschwächtes Immunsystem, Alkoholkrankheit oder eine Milzentfernung eine Rolle, sagte Martin Langenbeck, Chefarzt der Notaufnahme am RKK. Der Bremer Patient gehörte aber zu keiner dieser Risikogruppen. Das RKK betont, wie selten dieser spezielle Fall ist. Weltweit sei bislang erst ein weiterer Patient mit einem so schweren Krankheitsverlauf bekannt, der weder gebissen wurde, noch ein geschwächtes Immunsystem aufwies.