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Der Tag"Hungersekten"-Führer soll 430 Menschen in Tod getrieben haben

17.01.2024, 20:00 Uhr
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Dem Sektenführer (r.) werden Mord, Terror und Verbrechen gegen Kinder vorgeworfen. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Der Anführer einer kenianischen "Hungersekte" ist mit 30 seiner engsten Anhänger dem Gericht im kenianischen Küstenort Malindi vorgeführt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm die Schuld an 430 Todesfällen vor. Ehe das eigentliche Verfahren starten kann, sollen der Sektenführer und seine Anhänger in den kommenden zwei Wochen psychiatrisch untersucht werden. Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass sie gegen insgesamt 95 Menschen im Zusammenhang mit dem sogenannten Shakahola Massaker Vorwürfe erhebt.

Im vergangenen Frühjahr war durch Nachforschungen besorgter Familienangehöriger bekannt geworden, dass die Mitglieder der Sekte in dem entlegenen Waldgebiet Shakahola durch strenges Fasten "Jesus näherkommen" sollten. Der Sektenführer soll Kontakte zu Angehörigen außerhalb der Sekte, den Schulbesuch der Kinder oder Berufstätigkeit verboten haben, sodass die Gläubigen völlig isoliert lebten. Als Ermittler das Gebiet aufsuchten, fanden sie Massengräber und halb verhungerte Anhänger der Sekte. Die Staatsanwaltschaft will nach eigenen Angaben Anklage unter anderem wegen Mordes, Terror und Verbrechen gegen Kinder erheben.

Quelle: ntv.de