Der TagIn Bayern ist der Braunbär los - aber kein "Volksaufruhr"
Im oberbayerischen Landkreis Rosenheim sind viele Menschen beunruhigt: Ein Braunbär ist in der Region unterwegs. Erst hat er im Schnee Tatzenabdrücke hinterlassen, dann auf einer Alm Schafe gerissen. Ein sogenannter Problembär ist er nach ersten Erkenntnissen der Behörden nicht. Die staatlichen Stellen sind aber wachsam: Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) bezeichnet die Sicherheit der Menschen als absolut vorrangig. "Im Ernstfall kommen alle Maßnahmen in Betracht", sagt Glauber in München. "Bayern ist auf das Thema Bär vorbereitet."
In Oberaudorf ist der Bär natürlich das große Gesprächsthema. Aber: Der Bär sei ja schon länger in der Region unterwegs, sagt Bürgermeister Matthias Bernhardt. Vielleicht sei er auch schon weitergezogen. Insofern seien die Bürger sicher besorgt, aber "es gibt keinen Volksaufruhr".
Grundsätzlich ist es nicht ungewöhnlich, dass im südlichen Bayern Bären umherstreifen. Meist sind das junge, männliche Tiere, die nach einer Partnerin suchen. Zuletzt gab es den Behörden zufolge im Sommer 2022 Nachweise in den Landkreisen Bad-Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Eine dauerhafte Ansiedlung von Bären im Freistaat erwarten Fachleute nicht.
Allerdings hinterlässt der tödliche Angriff einer Braunbärin auf einen Jogger im Trentino ein ungutes Gefühl. Das Tier mit der Kennung "JJ4" hatte Anfang April einen Mann attackiert. In der Nacht zum Dienstag war die Bärin - eine Schwester des 2006 in Bayern erschossenen Bären "Bruno" - eingefangen worden.
