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Der TagIn China werden die Windeln knapp

27.05.2020, 06:34 Uhr

Gesichtsmasken gibt es in China mittlerweile genug - doch nun droht ein Engpass an anderer Stelle: bei Windeln, Damenbinden und Feuchttüchern. Für deren Herstellung ist der gleiche Rohstoff nötig wie für die Produktion des begehrten Mund-Nase-Schutzes - nämlich Zellstoff. Der geht aber seit Monaten an die mittlerweile 69.000 Betriebe in China, die Gesichtsmasken für die ganze Welt herstellen. Deshalb droht den Chinesen nun ein Windel-Notstand.

"Im Januar kostete das Rohmaterial für unsere Windeln etwa 13.000 Yuan (1660 Euro) pro Tonne - auf dem Höhepunkt stieg der Preis auf 140.000 oder 150.000 Yuan", sagt Huang Tenglong, Vize-Chef des Windelherstellers Fujian Time und Tianhe Industrial Co. Das war im April, als die Nachfrage nach Masken ihren Höhepunkt erreichte.

Mittlerweile werden 50.000 bis 60.000 Yuan verlangt, sagt Lin Yanting, stellvertretender Leiter von DaddyBaby, einem anderen Windelhersteller. "Für eine Windel brauche ich mehr Zellstoff als für eine Maske - Profit mache ich nur, wenn ich Masken herstelle." Kleinere Hersteller etwa von Damenbinden oder Kosmetik-Gesichtsmasken könnten aber nicht einfach umstellen, sagt er. "Sie können nicht überleben."