Der TagIn Sachen Kuba hat US-Außenminister Rubio "sich schlicht dafür entschieden, zu lügen"
Kuba steckt derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Im Januar hatte das US-Militär den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht. Anschließend sorgte Washington dafür, dass Venezuela, der bis dahin wichtigste Öllieferant Kubas, seine Lieferungen an Havanna einstellte. Mit dieser Ölblockade gegen die kommunistisch regierte Karibikinsel hatte US-Präsident Donald Trump die dortige Krise zuletzt massiv verschärft. In den vergangenen Monaten kam es in Kuba wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten. Der öffentliche Nahverkehr ist eingeschränkt, Benzin wurde rationiert. Mehrere Fluggesellschaften fliegen die Karibikinsel wegen der dortigen Treibstoffknappheit mittlerweile nicht mehr an.
In dieser Gemengelage sagt US-Außenminister Marco Rubio einen Satz, der in Havanna ganz schlecht ankommt: "Es gibt an sich keine Ölblockade gegen Kuba", so Rubio am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Venezuela habe lediglich "beschlossen", Kuba "kein kostenloses Öl mehr" zu geben. Kuba habe früher kostenlos Öl aus Venezuela erhalten, erklärte der US-Außenminister. Die Führung in Havanna habe jedoch etwa 60 Prozent dieses Öls im Gegenzug für Bargeld verkauft. "Es kam der Bevölkerung überhaupt nicht zugute". Die Regierung in Havanna ließ das nicht lange auf sich sitzen und warf Rubio vor, bezüglich der Ölblockade gegen Kuba zu lügen. Rubio habe "sich schlicht dafür entschieden, zu lügen" und "widerspricht dem Präsidenten und der Sprecherin des Weißen Hauses", erklärte der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez im Onlinedienst X.