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Der TagIran: Tausende demonstrieren nach gewaltsamem Tod von Mahsa Amini

19.09.2022, 20:27 Uhr
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Der Tod von Mahsa Amini macht viele Menschen wütend und betroffen. (Foto: IranWire via REUTERS)

Eine junge Frau ist tot, weil sie sich nicht an Kleidungsvorschriften gehalten hat - klingt für uns hier in Deutschland völlig absurd, aber ungefähr das ist mit der erst 22 Jahre alten Mahsa Amini passiert, wenn man den Schilderungen im Internet Glauben schenkt. Demnach sollen Polizisten den Kopf der jungen Frau gewaltsam gegen das Fenster eines Polizeiautos geschlagen haben, was zu einer Hirnblutung geführt habe. Die iranische Polizei streitet den Vorfall, der weltweit Entsetzen ausgelöst hat, vehement ab. Sie spricht von einem Herzversagen, nach dem die junge Frau ins Koma gefallen und schließlich im Krankenhaus gestorben sein soll. Dieser Version der iranischen Behörden glauben viele Menschen nicht und haben den Mut aufgebracht, heute Abend für Protestaktionen auf die Straße zu gehen - in dem Land eine Gefahr fürs eigene Leben. Alleine auf dem zentralen Boulevard Keschawars seien am Abend Hunderte Demonstranten zusammen gekommen, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet. Die Polizei geht mit Gewalt gegen die größtenteils friedlich demonstrierenden Menschen vor. Im Volkspark Mellat etwa kam es Augenzeugen zufolge zu Menschenansammlungen, bei denen einige auch regimekritische Slogans riefen. Mehrere Frauen nahmen demnach aus Solidarität mit Amini ihre Kopftücher ab. Auch in weiteren Städten sowie in Aminis Heimatprovinz Kurdistan gingen etliche Menschen auf die Straße.

Interessant daran ist auch: Die Klinik, in der die 22-Jährige behandelt wurde, hatte nach ihrem Tod in einem inzwischen gelöschten Post bei Instagram geschrieben, dass Amini bereits bei der Aufnahme am Dienstag hirntot gewesen sei. Besonders stark ist, dass auch einige prominente Iranerinnen sich aus Solidarität dem Protest im Internet anschlossen, indem sie etwa ihre Haare abschnitten oder Bilder ohne Kopftuch veröffentlichten. Unter ihnen waren etwa die bekannten Schauspielerinnen Anahita Hemmati und Schabnam Farschaddschu.

Quelle: ntv.de