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Der TagIsrael kritisiert Irans Präsident für Holocaust-Äußerung

19.09.2022, 19:04 Uhr
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Lässt sich im US-amerikanischen TV zu fragwürdigen Äußerungen über den Holocaust hinreißen: Irans Präsident Ebrahim Raisi. (Foto: IMAGO/APAimages)

Für mich - jemand der in der Nähe des Konzentrationslagers Bergen-Belsen aufgewachsen ist - bleibt wohl für immer unbegreiflich, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, den Holocaust zu leugnen. Irans Präsident Ebrahim Raisi hat es trotzdem "halb versucht", könnte man sagen, und hat mit seinen Äußerungen scharfe Kritik in Israel ausgelöst. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender CBS sagte Raisi auf die Frage, ob er an die Echtheit des Holocausts glaube: "Es wurde in der Geschichte ein Ereignis beansprucht, und es existieren auch Zeichen, dass es geschehen ist." Genauso nebulös formuliert Raisi laut einer vom Präsidialamt veröffentlichten Mitschrift weiter: "Es muss erlaubt sein, dass Wissenschaftler diese Themen erforschen."

Ziemlich deutlich fallen die Antworten von israelischer Seite dazu aus: "Einige Anzeichen", schreibt Regierungschef Jair Lapid bei Twitter und stellte historische Aufnahmen von Holocaust-Opfern dazu. Der israelische Generalstabschef Aviv Kochavi, der heute das Vernichtungslager Auschwitz besucht hatte, sagte nach Armeeangaben: "Man muss kein Historiker oder Wissenschaftler sein, um die Gräuel des Holocausts zu verstehen. Man muss ein Mensch sein." Es ist sowas wie ein altbekanntes, aber zutiefst unangenehmes "Spiel", das die iranische Seite immer wieder mit seinem Erzfeind Israel treibt: Bereits in der Vergangenheit hatten iranische Politiker mit ihren Äußerungen zum Holocaust scharfe Reaktionen hervorgerufen.

Quelle: ntv.de