Der TagIst das Jahr des Drachen für Babyboom in China verantwortlich?
Wovon man seine Familienplanung so abhängig machen kann: vom Partner, von der finanziellen Situation und dem Wohnort - oder eben vom chinesischen Tierkreiszeichen, wie es aussieht: Im gerade begonnenen "Jahr des Drachen" wird in China ein kleiner Babyboom erwartet. Eine erste Auswertung von Daten aus Geburtskliniken nach dem Neujahrsfest am 10. Februar zeigten einen "deutlichen" Anstieg der Zahl der Neugeborenen, wie die Finanzzeitung "Yicai" berichtete. Ein Krankenhaus in Wuxi im Osten Chinas meldete demnach einen Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Eine Klinik in der nordwestlichen Provinz Shaanxi berichtete von 72 Prozent mehr Neugeborenen. Das chinesische Tierkreiszeichen Drache gilt als besonders glücksverheißend: Es steht in der chinesischen Mythologie etwa für Intelligenz und Reichtum. Demografen gehen allerdings davon aus, dass der "Drachenbaby"-Boom wahrscheinlich nur von kurzer Dauer sein wird. Ein Grund dafür ist die teure Kinderbetreuung. Auch über die generell eher schlechten Berufsaussichten im Land und die Rekord-Jugendarbeitslosigkeit wird die Drachen-Mythologie wohl nicht auf Dauer hinwegtäuschen können. Da ist also eher die politische Führung gefordert, die Bedingungen für Familien zu verbessern. China steuert wegen der lange andauernden Ein-Kind-Politik ohnehin schon auf eine "Gesellschaft der Greise" zu.
