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Der TagIst der Veganuary wirklich sinnvoll?

04.01.2023, 13:39 Uhr

Wenig Zucker, kein Fertigessen, kein Fleisch, kein Alkohol - das hab' ich mir als Einziges für den Januar zu Silvester vorgenommen. Und wenn ich an ein oder zwei Tagen sündige, dann muss ich am Schluss zwei Straftage für einen Sündentag anhängen an meinen Veganuary. Dieser Veganuary - also der möglichst vegane oder zumindest vegetarische Januar - ist etwas für alle, die es mit einer pflanzlichen Ernährung probieren wollen.

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Vegane Ernährung wird immer einfacher: Lebensmittelhersteller haben viele neue pflanzliche Produkte im Angebot. Auch die Gastronomie stellt sich um. (Foto: IMAGO/Addictive Stock)

Im Januar 2022 haben rund 629.000 Menschen weltweit am Veganuary teilgenommen. Mit beeindruckenden Ergebnissen: Die Hälfte der Befragten gab in einer Umfrage an, bereits nach 30 Tagen erste gesundheitliche Verbesserungen bemerkt zu haben. Knapp 50 Prozent berichten von mehr Energie und einer besseren Stimmung. Knapp 40 Prozent der befragten Teilnehmer planten, vegan zu bleiben; fast alle anderen gaben an, sie würden auch nach dem Veganuary weiter vegane Produkte in ihre Ernährung einbauen.

Vorteile laut Ernährungswissenschaftlerin Dr. med. Petra Bracht:

  • Erste Effekte nach einem Tag: Nach 24 Stunden Verzicht auf Fleisch verändert sich die Darmflora hin zur besseren und gesünderen Bakterienvielfalt. Das hat sofort positive Auswirkungen auf das Immunsystem. Die Verdauung verbessert sich, die Schlafqualität nimmt zu, chronische Entzündungen heilen ab, wie beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen, das Bauchfett weicht und auch die chronische Müdigkeit verabschiedet sich langsam. Selbst der erhöhte Blutzucker verbessert sich.

  • Laut einer Studie der Harvard University wurden im Veganuary 2021 knapp 104.000 Tonnen CO₂-Äquivalent und rund 6,2 Millionen Liter Wasser eingespart. Außerdem wurden geschätzt 3,4 Millionen weniger Tiere für die Lebensmittelproduktion benötigt und somit vor dem Schlachthof bewahrt.

Wer sich richtig auf die Challenge vorbereitet, sollte keine Probleme haben

  • Für ausreichend Eiweiß sorgen Gemüsesorten wie Brokkoli und Rosenkohl oder Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen.

  • Tofu, Kichererbsen, Mandeln und grünes Gemüse liefern dem Körper Kalzium.

  • Spinat, Haferflocken, Quinoa und Leinsamen liefern Eisen.

  • Für ausreichend Omega-3-Fettsäuren sorgen pflanzliche Öle wie Leinöl oder Walnussöl sowie Chiasamen.

Quelle: ntv.de