Der TagJapan will Monarchie mit Adoption statt mit Frauen bewahren
Der Monarchie in Tokio geht der Nachwuchs aus: Nun will Japans Regierung der erzkonservativen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi will die Zukunft der Monarchie durch Adoptionen sichern - Frauen bleibt der Thron jedoch verwehrt. Das Parlament verabschiedete erwartungsgemäß eine Revision des seit 1947 geltenden Kaiserhausgesetzes, mit der die Wiederaufnahme männlicher Mitglieder ehemaliger Seitenlinien in die Kaiserfamilie ermöglicht wird. Diese Seitenlinien hatten nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Status verloren und sind seither Privatpersonen. Hintergrund ist, dass der ältesten Erbmonarchie der Welt allmählich der Nachwuchs ausgeht.
Derzeit stehen als Nachfolger für Kaiser Naruhito theoretisch nur drei Kandidaten parat: Der Bruder des Tenno, Kronprinz Akishino, dessen 19 Jahre alter Sohn Prinz Hisahito und Naruhitos Onkel Prinz Hitachi - der bereits 90 ist. Sollte Hisahito als einziger verbliebener Prinz in der jüngsten Generation der Kaiserfamilie für kein männliches Kind sorgen, könnte - so sieht es die Gesetzesänderung vor - ein männlicher Nachkomme eines adoptierten Familienmitglieds den Chrysanthementhron besteigen. Auch fortan dürfen nur männliche Nachfahren der männlichen Familienlinie des Kaisers auf den Thron.