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Der TagJeder dritte Infizierte in Südkorea ist Sektenmitglied: Anführer in Haft

01.08.2020, 15:20 Uhr
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Soll umgerechnet vier Millionen Euro abgezweigt haben, um verbotene Gottesdienste durchzuführen: Lee Man Hee. (Foto: picture alliance/dpa)

In Südkorea sind seit der ersten nachgewiesenen Ansteckung mit Sars-CoV-2 im Januar bis zum Freitag dieser Woche 14.336 Infektionsfälle bekanntgeworden. Davon entfielen mehr als 5200 auf Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji ("Neuer Himmel, neue Erde").

Der Anführer von Shincheonji, Lee Man Hee, ist nun wegen des Vorwurfs verhaftet worden, die Maßnahmen der Regierung gegen die Verbreitung des Coronavirus behindert zu haben.

  • Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Lee, gegenüber den Quarantänebehörden falsche Angaben zur Zahl der Mitglieder und zu deren Treffpunkten gemacht zu haben.

  • Zudem soll er 5,6 Milliarden Won (vier Millionen Euro) von Kirchengeldern abgezweigt und nicht genehmigte Gottesdienste durchgeführt haben.

  • Die Shincheonji-Kirche Jesu betonte, der Haftbefehl sei noch kein Schuldspruch. Sie werde alles tun, um bei den möglichen Verhandlung gegen Lee die Wahrheit zu enthüllen.