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Der TagKZ-Wachmann vor Gericht: "Ich habe viele Leichen gesehen"

21.10.2019, 21:32 Uhr

Im Hamburger Prozess gegen einen früheren SS-Wachmann hat der Angeklagte sein Mitgefühl für die Gefangenen in den Konzentrationslagern bekundet. Es sei ihm ein großes Bedürfnis zu sagen, wie leid es ihm tue, was diesen Menschen angetan worden ist. Sein Einsatzort Stutthof bei Danzig sei 1944/45 ein "Ort des Grauens" gewesen. "Ich habe viele Leichen gesehen", sagte er zu Beginn seiner Befragung durch die Vorsitzende Richterin Anne Meier-Göring. "Die Bilder des Elends und des Grauens haben mich mein ganzes Leben verfolgt."

Der 93-Jährige ist der Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen angeklagt. Er soll als Wachmann zwischen dem 9. August 1944 und dem 26. April 1945 "die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt" haben. Zu seinen Aufgaben habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Häftlingen zu verhindern. Er habe teilweise bis ins Detail Kenntnis von den Erschießungen gehabt. Wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten zur Tatzeit findet der Prozess vor einer Jugendstrafkammer am Landgericht statt.