Der TagKanaren-Insel mit Migrantenankünften überfordert
Während die EU in Granada auf dem spanischen Festland über das Thema Migration streitet, spitzt sich die Lage auf der kleinen Kanaren-Insel El Hierro zu. Dort kommen seit Tagen Hunderte Migranten an. Allein seit Mitternacht seien mehr als 518 Menschen in Sicherheit gebracht worden, die auf Booten vor der Küste unterwegs gewesen seien, sagt der spanische Seerettungsdienst. Demnach wurden 277 von ihnen auf die Insel gebracht. Seit Dienstag seien somit knapp 1500 Migranten auf El Hierro angekommen. Die meisten von ihnen seien aus Ländern südlich der Sahara, heißt es weiter. Es wird vermutet, dass die Zunahme der Ankünfte auf den Kanaren mit der politischen und sozialen Krise im Senegal zusammenhängt. El Hierro hat gut 11.000 Einwohner. Die Regionalregierung sieht sich mit der Lage überfordert. Hunderte Migranten wurden inzwischen auch auf größere kanarische Inseln wie Teneriffa gebracht. Der Versuch, die Kanaren von Westafrika aus über das Meer zu erreichen, hat Hunderte Menschen das Leben gekostet. Die spanische Hilfsorganisation Caminando Fronteras spricht von mindestens 778 Todesopfern in der ersten Jahreshälfte.