Der TagKanarische Inseln weigern sich, Kreuzfahrtschiff anlegen zu lassen
Kurz nach der erlösenden Nachricht für Passagiere und Crew, dass das wegen eines tödlichen Hantavirus-Ausbruchs in die Schlagzeilen geratene Kreuzfahrtschiff die Kanarischen Inseln ansteuern darf, steht jetzt alles wieder auf der Kippe. Medienberichten zufolge weigert sich nämlich der Regionalpräsident der Inseln, die zu Spanien gehören, die "MV Hondius" anlegen zu lassen. Fernando Clavijo habe ein dringendes Treffen mit Pedro Sánchez, dem spanischen Ministerpräsidenten, beantragt, um die Angelegenheit zu besprechen, berichtet unter anderem Sky News: "Diese Entscheidung beruht nicht auf technischen Kriterien, und es gibt nicht genügend Informationen, um die Öffentlichkeit zu beruhigen oder ihre Sicherheit zu garantieren." Er könne nicht zulassen, dass das Virus auf die Kanarischen Inseln gelange. Zuvor hatte sich Kap Verde, wo sich das Schiff zuletzt befand, geweigert, die Menschen an Land gehen zu lassen.
Unterdessen haben Labortests in Südafrika eine Übertragung von Mensch zu Mensch bestätigt. Bei einem nach Südafrika ausgeflogenen Passagier sei vorläufigen Testergebnissen zufolge der von Mensch zu Mensch übertragbare Andes-Stamm des Hantavirus nachgewiesen worden, gab Südafrikas Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi bekannt. Bislang sind drei der rund 150 Passagiere der "MV Hondius" gestorben. Ein britischer Staatsbürger wird derzeit in Johannesburg auf einer Intensivstation behandelt.