Der TagKindesmissbrauch beim Schlafwandeln? Ex-Staatsanwalt vor Gericht
Vor dem Landgericht im schleswig-holsteinischen Lübeck hat ein Strafprozess gegen einen ehemaligen Staatsanwalt wegen sexuellen Missbrauchs eines Kinds begonnen. Laut Anklage soll der Mann die Tat im Frühjahr 2019 an seinem leiblichen Sohn begangen haben. Laut Anklage schlief er damals mit seinem acht Jahre alten Sohn in einem Bett und nahm an dem Kind sexuelle Handlungen vor. "Er fasste in die Pyjamahose des Jungen, berührte dessen Geschlechtsteil und auch den Anus des Jungen", heißt es in der Anklage. Kurz darauf soll der Angeklagte das Zimmer des Jungen verlassen haben. Seine damalige Ehefrau konfrontierte ihn mit dem nächtlichen Verhalten, der Jurist zeigte sich daraufhin selbst an. Seine Frau reichte die Scheidung ein. Der Beschuldigte gibt an, im Zustand des Schlafwandelns gehandelt zu haben.
Vor dem Landgericht Lübeck sagte zu Wochenbeginn als erste Zeugin eine frühere Partnerin des Angeklagten aus. "Als ich von den Vorwürfen hörte, habe ich mich an ähnliche Situationen in unserer rund 20 Jahre zurückliegenden Partnerschaft erinnert", sagt die 42-Jährige. Sie ist ebenfalls Juristin. "Es gab mehrmals die Situation, dass wir Sex miteinander hatten, obwohl er tief und fest schlief. Ich habe dann immer erfolglos versucht, ihn aufzuwecken." Sie habe das immer als "Geschlechtsverkehr beim Schlafwandeln" bezeichnet. Nachdem die Zeugin im August 2019 von den Vorwürfen gegen ihren Ex-Partner erfahren hatte, habe sie ihn zu sich nach Hannover eingeladen, um über die Situation zu reden. "Ich hatte aber den Eindruck, dass er sich zuvor nicht mit dem Problem beschäftigt hatte", sagt sie. Für den Prozess sind Termine bis Mitte Februar geplant.