Der TagKlingbeil trommelt für Scholz, doch in der SPD rumort es
Das "Grummeln", das SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich angesichts der K-Frage in seiner Partei vernimmt, versucht Parteichef Lars Klingbeil zu übertönen. Zwar sei er froh, mit Boris Pistorius den beliebtesten Minister und einen "verdammt guten Verteidigungsminister" in den eigenen Reihen zu haben. "Aber auch der hat klargemacht: Wir gehen mit Olaf Scholz in dieses Rennen", sagte Klingbeil in einem Radio-Interview mit NDR Info. Offiziell hat die SPD bislang keinen Kandidaten gestellt.
Der frühere Thüringer SPD-Landesvorsitzende und frühere Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein sprach sich dagegen klar für Pistorius als Kanzlerkandidaten aus. "Wir leben in einer Zeit, in der Personen Parteien ziehen", sagte er dem "Stern". "Wenn die SPD eine Chance haben will, die Union zu besiegen, dann heißt unsere beste Chance Boris Pistorius." Laut Bausewein müsse die Partei jetzt eine Frage diskutieren: "Was nützt dem Land und der Partei am meisten?" Dies bedeute keine Kritik an Scholz, sondern eine "nüchterne Abwägung". Auch der SPD-Landrat des thüringischen Landkreises Nordhausen, Matthias Jendricke, sprach sich für Pistorius aus. "Wenn die SPD in der glücklichen Lage ist, einen populären Kandidaten zu haben, der deutlich beliebter als Merz ist, dann wäre es doch fahrlässig, diese Chance nicht zu nutzen", sagte er dem "Stern". "Wir müssen auf den Kandidaten setzen, mit dem wir gewinnen können. Und das ist Boris Pistorius, aber nicht Olaf Scholz, der im Übrigen ein guter Kanzler war."