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Der TagLGBTQ+-Aktivistinnen wegen Entweihung der Jungfrau Maria angeklagt

13.01.2021, 21:03 Uhr

Weil sie eine Abbildung der Jungfrau Maria auf einem Plakat umgestaltet haben, stehen drei LGBTQ+-Aktivistinnen in der zentralpolnischen Stadt Plock vor Gericht. Sie zeigten die Madonna mit einem regenbogenfarbenen Heiligenschein. Wenn die Angeklagten Elzbieta P., Anna P. und Joanna G. wegen Verletzung religiöser Gefühle schuldig gesprochen werden, müssen sie mit einer Haftstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen. Die katholische Kirche in Polen und die Regierungsmehrheit in Warschau stehen mit der LGBTQ+-Bewegung auf dem Kriegsfuß.

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(Foto: imago images/Eastnews)

"Um Himmels Willen, ich werde mich nicht schuldig bekennen, religiöse Gefühle verletzt zu haben", sagte Elzbieta P. vor dem Prozessauftakt. "Ich glaube nicht, dass ein Regenbogen irgendjemanden verletzen kann", fügte sie hinzu. "Ich habe kein Verbrechen begangen." Die strittigen Bilder waren zuerst an Müllbehältern und in der Nähe einer Kirche in Plock aufgetaucht. Die Marien-Abbildung ähnelte der Schwarzen Madonna in Tschenstochau (Czestochowa), einer katholischen Pilgerstätte. Noch vor wenigen Tagen bezeichnete der Vorsitzende der in Polen regierenden PiS-Partei, Jaroslaw Kaczynski, die LGBTQ+-Bewegung als "Gefahr".

Quelle: ntv.de