Der TagLandesweite Razzien gegen Kreml-Kritiker
Die russische Polizei hat Dutzende Büros und Wohnungen von Unterstützern des Oppositionsführers Alexej Nawalny durchsucht. Es seien quer durchs ganze Land in mindestens 39 Städten mehr als 150 Adressen betroffen, sagte ein Vertrauter des Kreml-Kritikers. Nawalny selbst warf den Behörden "Hysterie" vor und sprach vom "größten Polizeieinsatz in der Geschichte des modernen Russlands".
Bereits im August hatte die Justiz Ermittlungen gegen Nawalnys Anti-Korruptions-Stiftung FBK eingeleitet. Gegen den Fonds wurde der Verdacht erhoben, Geldwäsche betrieben zu haben. Die Zeitung "The Bell" vertrat die Ansicht, die Polizei-Razzien sollten verhindern, dass sich der Wirkungskreis von Nawalnys Stiftung in die Provinz ausweitet. So sollten künftige Wahlniederlagen Kreml-treuer Kandidaten verhindert werden.
Bei der Kommunalwahl am Sonntag hatte Präsident Wladimir Putin in der Hauptstadt Moskau einen deutlichen Dämpfer bekommen: Die Kreml-treuen Kandidaten errangen nur noch 25 von 45 Sitzen im Stadtparlament, 13 weniger als vor fünf Jahren.